Das Jüdische Museum ist eines der berühmtesten Museen Berlins. Es ist das größte jüdische Museum Europas und besteht aus zwei Gebäuden, von denen eines zwischen 1989 und 1999 von dem Architekten Daniel Libeskind erbaut wurde. Der Architekt Libeskind hat eine enge persönliche Verbindung zu diesem Werk, da er der Sohn zweier polnischer Juden ist, die nach Auschwitz deportiert wurden und den Holocaust überlebten. Die Struktur des Gebäudes gehört der Strömung des Brutalismus an, setzt auf die emotionale Teilhabe der Menschen und erstreckt sich entlang einer Zickzack-Linie, die auf der Fragmentierung eines Davidsterns basiert. Das gesamte Gebäude wird von einer geraden Linie aus leeren Räumen durchzogen, die das Fehlen und die Auslöschung jüdischen Lebens symbolisieren. Zudem durchlaufen die Besucher drei Achsen, die die drei Schicksale der Juden im Zweiten Weltkrieg symbolisieren. Sie ermöglichen es der Seele des Besuchers, sich auf die Qualen einzulassen, die während der Vernichtung erlitten wurden: - Achse der Kontinuität: Sie führt zu einer Treppe, die nach oben verläuft; - Achse des Exils: Sie führt in den Garten des Exils, welcher die Freiheit symbolisiert; - Achse des Holocausts: Sie beginnt mit einer Höhe von 4 Metern und läuft auf eine 2 Meter hohe Tür zu. Letztere öffnet sich zu einem dunklen und kalten Turm (dem Holocaust-Turm), der das grausame Schicksal der Juden symbolisiert. In diesem Raum sticht eine unerreichbare Leiter ins Auge, die eine unmögliche Flucht darstellt. Es ist ein sehr ergreifendes Museum, das den Besucher durch die Architektur direkt in die Geschichte hineinzieht. Wer es besucht, hat auf dem gesamten Weg die Möglichkeit, sich als Teil der jüdischen Geschichte zu fühlen und zu versuchen, sich in das hineinzuversetzen, was dieses Volk durchlebt hat. Es ist eine hochemotionale Erfahrung, da sie starke Gefühle von Mitgefühl und Ohnmacht auslöst. Aus der Sicht zweier Teenager ist es ein sehr berührender Weg, dem man mit einer gewissen Reife begegnen sollte.
Museum als erlebnis
Giorgia Penzo,
Laura Venturini























