Heute möchten wir euch vom Kollektiv „Siamo Mareæ“ erzählen. Dieses Projekt, das vor etwas einem Jahr entstand, kümmert sich darum, italienische FLINTA-Personen (Frauen, Lesben, Inter-, Nicht-binäre, Trans- und Asexuelle) zu hören und zu unterstützen, die Gewalt jeder Art erleben. Man spricht nämlich nicht nur von physischer Gewalt, sondern auch von psychologischem, verbalem, wirtschaftlichem und sozialem Missbrauch. Ihre Geschichten zu hören, hat uns über tiefgründige Themen nachdenken lassen, wie die Last der Vorurteile des Landes gegenüber Personen aus Ländern, die als „minderwertig“ gelten, also jenen außerhalb der Europäischen Union. Wenn eine Person aus einem dieser Länder kommt, zeigen sich die Behörden oft viel weniger bereit, ihr zu helfen. Zudem zeigen viele Personen die erlittene Gewalt wegen der Sprachbarriere nicht an. Aus diesem Grund kümmert sich das Kollektiv auch darum, diejenigen, die die Sprache nicht sprechen, zu den Behörden zu begleiten, um bei der Kommunikation zu helfen und ihre Rechte durchzusetzen. All dies bringt uns zum Nachdenken darüber, wie Berlin in den Augen aller als eine extrem inklusive Stadt angesehen wird. Doch wenn wir die Erfahrungen dieser Mädchen hören, die seit mehreren Jahren hier leben, haben wir verstanden, dass diese Inklusivität oft nur eine Illusion ist, eine Fassade, die dazu dient, das zu maskieren, was die Institutionen und das Land in Wirklichkeit nicht tun. Unserer Meinung nach ist es wichtig, Realitäten wie Siamo Mareæ eine Stimme zu geben, weil es heutzutage viele Personen gibt, die Gewalt jeglicher Art erleiden. Abgesehen davon glauben wir, dass es richtig ist, dass auch sie ein ruhiges Leben führen können, und dank dieser Menschen, die ihre Hilfe anbieten, können sie dies realisieren. Solche Räume des Zuhörens und der Solidarität zu unterstützen bedeutet, die Mauern der Gleichgültigkeit einzureißen und gemeinsam eine authentisch inklusive Gesellschaft aufzubauen.
Berlin ohne Filter
Chiara Boscolo Pecchie,
Chiara Alfiero





















