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  • Tommaso Speccher

Moses Mendelssohn

Unter all den Denkern, Wissenschaftlern und Philosophen, die mit den Geschicken Berlins verbunden sind, spiegelt vor allem einer den offenen und doch unnachgiebigen Geist der Stadt wider: Moses Mendelssohn. In der Tat verkörpert seine persönliche Existenz die Schönheit und das Potenzial der Berliner Modernität.


JMB Berlin

Der 1729 in Dessau geborene Moses kam als 14-Jähriger, wie die Legende erzählt, "nach einem fünftägigen Fußmarsch" nach Berlin. Die Erlaubnis, sich in der großen Stadt aufzuhalten, war für ihn, wie für jeden anderen Juden vor dem preußischen Edikt von 1812, an besondere Bindungen geknüpft und durch ein willkürliches und unsicheres Verfahren eingeschränkt. Moses, der 1743 noch ausschließlich Jiddisch sprach, gelang es in wenigen Jahren, seine philosophische Ader zu entfalten und Beziehungen zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Aufklärung (darunter Lessing und Nikolai) zu knüpfen. 


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Wenn er heute als Stammvater einer faszinierenden Dynastie gilt, die dem deutschen Judentum Generationen von Musikern, Architekten und Bankiers bescherte, sollte man sich auch an ihn als Begründer der deutsch-jüdischen Aufklärung (Haskala) und als inspirierten Autor einer einfühlsamen deutschen Übersetzung des Pentateuchs (1783) erinnern.


Sein Werdegang und seine philosophische Begabung haben das deutsche Denken von Kant bis Adorno unübersehbar geprägt. Und auch heute noch kann man bei einem Spaziergang durch die Straßen von Mitte Spuren seines Lebens und dieses außergewöhnlichen Zeitalters der Haskala entdecken.

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